Suchintention

Was ist eine Suchintention (Search Intent)?

Hinter dem Begriff Suchintention verbirgt sich die Absicht, mit der ein Nutzer ein Keyword in die Suchmaschine eingibt. Hier ein konkretes Beispiel: Ein User, der das Keyword „Hundebaby Bilder“ eingibt, möchte Bilder von Hundebabys sehen. Zeigst du ihm welche von Katzen, sagt er schneller auf Wiedersehen, als du „Welpe“ buchstabieren kannst.

Die elementare Frage sollte also immer lauten: Was bezweckt ein User, wenn er eine bestimmte Anfrage an Google, Bing, Ecosia etc. richtet?

Welche Suchintentionen gibt es?

Suchabsichten werden anhand von unterschiedlichen Rastern unterschieden. Klassisch unterteilt man die Suchintention in drei Kategorien:

  • Informational: Der User möchte etwas wissen.
  • Navigational: Der User ist auf der Suche nach einer bestimmten Webseite/einem bestimmten Ort/einem bestimmten Anbieter/einem bestimmten Produkt.
  • Transaktional/Commercial: Der User plant, eine Handlung durchzuführen , z. B. einen Kauf, einen Download etc.

Google selbst klassifiziert Suchintentionen wie folgt:

  • Know: Suche nach Informationen
  • Do: Durchführen einer Aktion
  • Visit-Website: Besuch einer Webseite
  • Visit-in-person: Aufsuchen eines Ortes
  • Multi-Intent: Verschiedene Interessen kombiniert

Als zusätzliche Faktoren zur Ermittlung der Suchabsicht berücksichtigt Google den zeitlichen und den örtlichen Bezug.

Warum ist die Suchintention wichtig für SEO und Keywordrecherche?

Nur wenn du weißt, was die Suchenden wollen, weißt du, was du ihnen geben musst. Und nur wenn du ihnen gibst, was sie wollen, wirst auch du selbst das bekommen, was du willst: Anerkennung von Google – und natürlich von den Nutzern!

Das Ziel Nummer eins von Suchmaschinen wie Google besteht darin, User möglichst zielgerichtete Antworten auf ihre Anfragen zu liefern. Nur unter dieser Bedingung sind die User zufrieden und bleiben Google weiterhin treu.

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Doch wie finden Google und Co wiederum überhaupt heraus, was die Nutzer wollen: Besonders relevant für den Google-Algorithmus und somit auch für dich und deine Webseite sind Faktoren wie Klickrate und Verweildauer. Denn auf dieser Basis wird unter anderem ermittelt, ob eine Webseite einen Platz auf Seite eins der Suchergebnisse „verdient hat“.

Das bedeutet: Völlig egal, wie häufig du ein bestimmtes Keyword platziert hast, wie userfreundlich dein Text formuliert ist und wie schön die gezeigten Bilder sind – verfehlst du die Suchintention, gibt es genau zwei Möglichkeiten:

  1. Keiner klickt.
  2. Jeder der klickt, klickt auch sofort wieder weg.

Auf alle Fälle bist du weg vom Suchfenster. Denn langfristig wird Google erkennen, dass deine Webseite für das Keyword nicht die Antwort liefert, die der User sich erhofft – und dich in der Folge höchstwahrscheinlich auf einen der hinteren Ränge verbannen.

Positiv gesprochen: Wer die Suchintention hinter einem Keyword erkennt, hat den ersten Schritt getan, sich bei den Usern UND bei Google unverzichtbar zu machen.

Gut zu wissen: Hast du die (Haupt-)Suchintention geknackt, bist du einen entscheidenden Schritt weiter, wenngleich noch lange nicht am Ziel. Damit der User sich bei dir gut aufgehoben und beraten fühlt, muss das gesamte Umfeld stimmen. Du musst also auch seine Nebenbedürfnisse ermitteln und verstehen. Dabei helfen dir die folgenden Fragen:

  • Wie will der User (in diesem Augenblick) angesprochen werden?
  • Welche Darstellung von Produkten, Informationen, von Orten etc. ist gewünscht?
  • Wie hebe ich mich positiv gegenüber meiner Konkurrenz ab?
  • Passt das Kosten-Nutzen-Verhältnis meines Angebotes zum Nutzer?
  • Welche Zusatzinformationen braucht ein Nutzer, um Vertrauen zu fassen?

Wie kann man die Suchintention zu einem Keyword ermitteln?

Um die Suchintention hinter einem Keyword zu verstehen, musst du mehrere Puzzlestücke zusammensetzen:

1. Wie schätzt Google die Suchintention ein?

Eine Antwort auf diese Frage liefern die SERPs. Indem du die bestplatzierten Suchergebnisse hinsichtlich ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschiede analysierst, findest du heraus, wo Google seine Schwerpunkte setzt. Zusätzlich erkennst du möglicherweise Schwachstellen bei rankenden Webseiten, die du auf deiner eigenen Webseite vermeiden und somit die betreffende Seite im Ranking ausstechen kannst.

Tipp: Die SERPs werden abhängig von Strandort, Browser, personenbezogenen Daten etc. angezeigt. Logge dich – für einen möglichst neutralen Überblick – aus deinem Googlekonto aus und wechsle in den privaten Modus. Außerdem empfiehlt es sich, die Unterschiede hinsichtlich Desktop- und mobiler Ansicht zu ermitteln.

2. People-also-ask-Fragen

Mithilfe von bestimmten Tools kannst du dir die People-also-ask-Fragen anzeigen lassen. Dabei handelt es sich um Fragen, die besonders oft im Zusammenhang mit einem Keyword eingetippt werden. Bekannte Tools für People-also-ask-Fragen sind:

  • AnswerThePublic
  • Ahrefs
  • AlsoAsked
  • SearchResponse

Expertentipp

Auch Google selbst zeigt ausgewählte People-also-ask-Fragen an.

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3. Wortwahl

Auch auf Grundlage der Wortwahl kannst du die Suchintention hinter einem Keyword ermitteln. Die jeweiligen Suchintentions-Gruppen haben ihre persönlichen Schlüsselwörter, die dich aufhorchen lassen sollten:

  • Informational: Wie, Was, Warum, Definition, Bedeutung, Anleitung, Tipps, DIY, …
  • Navigational: Ort, Domainname, Markenname, Dienstleister, … 
  • Transaktional: Produkt, Bestellen, Kaufen, Vergleich, Erfahrung mit XY, Preis von XY, …

4. Persönliche Einschätzung

Neben der faktenbasierten Analyse gilt es, nicht zu vergessen, dass User in erster Linie Menschen sind. Um ihre Wünsche und Bedürfnisse zu verstehen, musst du in der Lage sein, dich in sie hineinzuversetzen. Dies gelingt beispielsweise mithilfe von Personas (musterhaften Beispielpersonen).

Expertentipp

Unterscheidet sich deine Einschätzung der Suchintention von der, die du den Google-Suchergebnissen entnimmst, fährst du im Regelfall besser damit, dich Googles Meinung anzuschließen.

Fazit zu den SERPs

Die Suchintention zu verstehen ist keine Kür, sondern Pflicht für erfolgreiches SEO. Wer die Absicht hinter einem Keyword verfehlt, verliert – egal wie gut der Content sonst auch sein mag. Denn Google belohnt nicht die schönsten Texte, sondern die Seiten, die Nutzerbedürfnisse am besten erfüllen.

Die gute Nachricht: Die Suchintention lässt sich systematisch ermitteln. Analysiere die Top-Rankings in den SERPs, nutze People-also-ask-Fragen, achte auf signalgebende Schlüsselwörter und versetze dich in deine Zielgruppe hinein. Diese vier Methoden geben dir ein klares Bild davon, ob Nutzer informiert, navigiert oder eine Transaktion durchführen wollen.

Denk daran: Es reicht nicht, nur die Hauptintention zu treffen. Erst wenn du auch die Nebenbedürfnisse erkennst – die richtige Ansprache, passende Darstellung und vertrauensbildende Zusatzinfos – machst du dich unverzichtbar. Investiere Zeit in die Suchintentionsanalyse bei deiner Keywordrecherche. Das Ergebnis sind bessere Klickraten, längere Verweildauer und langfristig stabilere Rankings.